inlingua Sprachschüler aus Kolumbien, Ghana, Südkorea und Russland erzählen, wie bei ihnen zu Hause der Jahreswechsel gefeiert wird.

inlingua Sprachschüler aus Kolumbien, Ghana, Südkorea und Russland erzählen, wie bei ihnen zu Hause der Jahreswechsel gefeiert wird.

In Kolumbien sind die meisten Einwohner sehr arm, viele träumen davon auszuwandern und in einem fernen Land ihr Glück zu suchen. Dieser Wunsch ist der Ursprung eines besonderen Brauchs zum Jahreswechsel: „Viele Menschen spazieren mit einem leeren Koffer durch die Stadt und hoffen, dass sie im neuen Jahr eine Reise machen“, erzählt Elisabeth aus Bogotá. Sie selbst hat diesen Traum realisiert und ist vor einem Jahr nach Deutschland gekommen. Bei inlingua lernt sie Deutsch und freut sich sehr auf ihr erstes Silvester im fremden Land. Feuerwerk, Bleigießen – das alles gibt es in Kolumbien nicht. „Wir verbrennen eine Puppe, die Symbol für alle schlechten Ereignisse des Vorjahres ist“, erzählt die 30-Jährige. Zudem wird viel getanzt, getrunken und gegessen – traditionelles Gericht ist die Hühnersuppe Ajiaco.

Das Festessen wird geteilt
Ein besonderes Essen im Kreis der Familie und Freunde – das gehört bei den meisten Kulturen dazu, um dem alten Jahr Adieu zu sagen. „Auch in Ghana wird viel gekocht und es werden Freunde eingeladen. Es gibt oft Reis sowie Ziegen- und Hühnereintopf“, erzählt Gertrude. Weihnachten verbringt sie in Deutschland mit Freunden und hofft, dass es Schnee geben wird. Zum Jahreswechsel reist sie in ihre Heimat Kumasi, die zweitgrößte Stadt Ghanas. Etwa 30 Prozent der Einwohner Ghanas sind wie Gertrude und ihre Familie Christen. „Zum Jahreswechsel werden wir in der Kirche beten und singen“, so die 25-Jährige. Zudem gibt es die schöne Tradition, dass die Christen mit ihren Nachbarn – vor allem den Andersgläubigen – ihr Festessen teilen.

Jahresbeginn nach dem Mondkalender in Südkorea
Offiziell gilt zwar auch in Südkorea der gregorianische Sonnen-Kalender, es gibt aber auch Feiertage, die sich am Mondkalender orientieren, wie das Mond-Neujahrsfest Soelnal. 2013 beginnt das koreanische Mondjahr am 9. Februar, drei Tage wird der Jahreswechsel gefeiert. Während man Weihnachten in Südkorea im Kreis der Freunde verbringt, ist Soelnal das größte Familienfest im Jahreslauf. „Traditionell essen wir an diesem Festtag Ttok-kuk, das ist eine Reiskuchensuppe“, erzählt Dawoon, die derzeit an einem Integrationskurs bei inlingua teilnimmt. „Früh am Morgen finden die koreanischen Ahnengedenkfeiern statt. Die Kinder tragen regenbogenfarbige Kleidung, die sogenannte Han-Bok. Sie verbeugen sich vor ihren Eltern und Verwandten und es werden Glückwünsche ausgetauscht.“

Auf Freiersfüßen
Auch Valerii aus Russland feiert Neujahr zweimal, einmal am 31. Dezember und dann das Orthodoxe Neue Jahr zwei Wochen später. In Russland gilt zwar ebenfalls der Gregorianische Kalender – die orthodoxe Kirche aber begeht ihre Feste nach dem Julianischen Kalender. Nach dieser Berechnung fällt Weihnachten auf den 7. und Neujahr auf den 13. Januar. Das erste Fest zum Jahreswechsel am 31. Dezember ist deshalb in Russland sehr weihnachtlich geprägt. „Überall in den Straßen und Wohnzimmern werden Tannenbäume aufgestellt und es gibt Geschenke. Es wird richtig groß gefeiert“, erzählt Valerii. „Die Leute gehen ins Café, Restaurant oder in den Vergnügungspark. Oft gibt es auch Kostümfeste und alle verkleiden sich. Um Mitternacht, mit dem letzten Schlag der Uhr, wird mit Champagner angestoßen. Es ist eine sehr lustige und romantische Nacht.“ Wer sich gut amüsiert, der kann hoffen, dass das auch das ganze Jahr über anhält. Und wer auf Freiersfüßen unterwegs ist und in dieser Nacht jemanden kennenlernt, der wird bald verheiratet sein – das sagt zumindest der Volksmund.